SFL zeichnet nachhaltige Klubprojekte der Saison 2025/26 aus
22. Okt. 2026
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Die Auszeichnung würdigt Initiativen, die dazu beitragen, negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu reduzieren, positive Entwicklungen zu fördern und weitere Nachhaltigkeitsmassnahmen im Schweizer Profifussball anzuregen. Ziel ist es, konkrete Praxisbeispiele sichtbar zu machen und andere Klubs zur Umsetzung eigener Massnahmen zu inspirieren.
Die Jury setzte sich aus Fans, Fachexpertinnen und Fachexperten aus dem Sport sowie Vertreterinnen und Vertretern der Partnerorganisationen zusammen, darunter UBS als Impact Partner und Toyota als Mobilitätspartner.
Aus den eingereichten Projekten der Brack Super League und der dieci Challenge League wurden drei Initiativen ausgezeichnet:
Best Environmental Impact – FC Lugano
Mit der neuen AIL Arena setzt der FC Lugano auf eine moderne Stadioninfrastruktur, die ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Das im Juni 2026 eröffnete Stadion ist Teil des Polo Sportivo e degli Eventi (PSE) und verbindet erneuerbare Energien, Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität, Ressourcenschonung und Barrierefreiheit.
Auf einer Fläche von über 4'000 m² wurden 2'024 Photovoltaikmodule mit einer Leistung von 951 kWp installiert, die jährlich rund 1,09 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren sollen. Ein Regenwassersammelsystem mit 65'000 Litern Kapazität und ein begrüntes Dach tragen zu einem effizienteren Umgang mit Wasser bei. Zudem ist die Nutzung von Abwärme des Schweizerischen Hochleistungsrechenzentrums (CSCS) vorgesehen, wodurch jährlich rund 3,5 GWh Wärme und 3,2 GWh Kälte bereitgestellt werden sollen.
Auch bei der Mobilität setzt der Klub Akzente: Die Anzahl Parkplätze wurde um rund 58 Prozent reduziert, während der öffentliche Verkehr im gesamten Tessin im Matchticket enthalten ist. Zusätzliche Matchbusse und Shuttleverbindungen ergänzen das Angebot. Mehrwegbecher, eine verbesserte Abfalltrennung im Eingangsbereich und weniger Einwegverpackungen unterstützen einen ressourcenschonenden Stadionbetrieb. Barrierefreie Einrichtungen und Angebote für Menschen mit Behinderungen ergänzen das Konzept.
Die AIL Arena zeigt, wie Nachhaltigkeitsaspekte bereits bei der Stadionplanung berücksichtigt und in den laufenden Betrieb integriert werden können.
Best Social Impact – Grasshopper Club Zürich
Mit den «Unified Halftime Matches» schafft der Grasshopper Club Zürich eine Plattform, um Menschen mit Behinderungen stärker in den Profifussball einzubinden und ihre Sichtbarkeit zu fördern. Das Projekt baut auf dem bestehenden Inklusionsengagement des Klubs und seinem GC Unified Team auf.
Im Rahmen regulärer Meisterschaftsspiele erhalten Spielerinnen und Spieler von Unified Teams die Möglichkeit, während der Halbzeitpause auf dem Spielfeld der Profimannschaft eigene Partien auszutragen. Sie spielen damit auf derselben Bühne und vor demselben Publikum wie die Profis. Der inklusive Fussball wird so direkt in den regulären Spieltagsbetrieb integriert.
Das Format schafft besondere Erlebnisse für die Teilnehmenden, fördert Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen und sensibilisiert ein breites Fussballpublikum für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe. Mehrere Halbzeitspiele wurden bereits erfolgreich durchgeführt.
Special Challenge League Award – FC Aarau
Mit dem Projekt «Recycling Meets Inclusion» verbindet der FC Aarau gemeinsam mit der Stiftung azb die Verbesserung des Abfallmanagements mit der Förderung von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Zusammenarbeit zeigt, wie ökologische und soziale Nachhaltigkeit im täglichen Klubbetrieb miteinander verknüpft werden können.
Nach jedem Heimspiel unterstützen fünf bis acht Mitarbeitende der Stiftung azb den FC Aarau bei der Reinigung der Tribünen sowie bei der systematischen Trennung von Holzbechern, Aluminium, PET und Glas. Dadurch werden Wertstoffe gezielter dem Recycling zugeführt und die internen Abläufe deutlich effizienter gestaltet. Während die Nachbearbeitung zuvor teilweise bis zu einer Arbeitswoche mit zwei Mitarbeitenden beanspruchte, kann diese heute innerhalb von vier bis sieben Stunden abgeschlossen werden.
Gleichzeitig schafft die Zusammenarbeit regelmässige Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, aktiv am Klubleben teilzunehmen und einen sichtbaren Beitrag zum Stadionbetrieb zu leisten. Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Partnerschaft zwischen dem FC Aarau und der Stiftung azb. Der Klub unterstützt unter anderem das Inklusionsteam FC Aarau Traktor AZB durch Ausrüstung, gemeinsame Veranstaltungen und zusätzliche Sichtbarkeit.
Die Swiss Football League gratuliert den drei ausgezeichneten Klubs und dankt allen weiteren teilnehmenden Klubs für ihr Engagement. Die 26 eingereichten Projekte zeigen die Vielfalt der Nachhaltigkeitsarbeit im Schweizer Profifussball und liefern wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung sozialer und ökologischer Massnahmen.


