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FC Thun vor grossem Schritt: Fällt am Samstag die Entscheidung?

24. Apr. 2026

BSL

Es ist angerichtet – doch entschieden ist noch nichts: Der FC Thun steht nach dem 3:1-Sieg über den FC Basel unmittelbar davor, den grössten Erfolg der Klubgeschichte perfekt zu machen. In der fünftletzten Runde bietet sich den Berner Oberländern die Chance, erstmals Schweizer Meister zu werden – vielleicht schon am Samstagabend vor eigenem Publikum.

Am Samstag (20:30 Uhr, live auf SRF) empfängt der Leader den FC Lugano. Parallel dazu reist Verfolger St. Gallen am Sonntag zu den Young Boys. Die Ausgangslage verspricht Spannung – und mehrere mögliche Szenarien.

Drei Wege zum Titel

Gewinnt der FC Thun gegen Lugano, ist die Entscheidung gefallen: Der Vorsprung wäre vier Runden vor Schluss nicht mehr aufzuholen, der FC Thun erstmals Schweizer Meister. In diesem Fall würde die Feier direkt in der Stockhorn Arena beginnen – inklusive geplantem Fanumzug zum Rathausplatz und Freinacht.

Kommt der FC Thun nicht zum Sieg, könnte der Titel dennoch am Sonntag auf dem Sofa gesichert werden – vorausgesetzt, St. Gallen gewinnt nicht in Bern. In diesem Fall wäre im Stadion ein Public Viewing geplant, mit anschliessender Feier bei erfolgreichem Ausgang.

Sollte der FC Thun gegen Lugano nicht gewinnen, St. Gallen am Sonntag aber bei den Young Boys siegen, würde sich die Entscheidung mindestens um eine Woche verschieben. Der Vorsprung des Leaders läge dann noch bei 11 oder 12 Punkten.

Historische Dimension

Ein Titelgewinn wäre für den FC Thun ein Meilenstein: Nach den Challenge-League-Erfolgen 2010 und 2025 wäre es der erste grosse Titel überhaupt. Zudem wäre der FC Thun der erste Meister seit 2002/03, der nicht Basel, Zürich oder Young Boys heisst.

Auch historisch wäre der Triumph besonders: Seit 1933/34 gelang es nur einmal einem Aufsteiger, direkt Meister zu werden – dem Grasshopper Club Zürich 1951/52.

Heimstärke trifft auf unangenehmen Gegner

Die Zahlen sprechen für den FC Thun: Mit 38 Punkten aus 17 Spielen sind die Berner Oberländer das beste Heimteam der Liga. Seit acht Heimspielen ist der FC Thun ungeschlagen und holte dabei 22 von 24 möglichen Punkten. Den letzten Punktverlust und die letzte Heimniederlage gab es jeweils gegen den FC St. Gallen.

Doch der FC Lugano hat sich in dieser Saison als hartnäckiger Gegner erwiesen: Nach der Auftaktniederlage (1:2) gewannen die Tessiner beide weiteren Duelle gegen den FC Thun jeweils mit 1:0 – als einziges Team überhaupt zweimal in dieser Spielzeit.

Unterschiedliche Spielansätze

Der FC Thun stellt die beste Offensive der Liga: 75 Tore, 579 Abschlüsse, 110 Grosschancen und 1085 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum sind jeweils Spitzenwerte. Der FC Lugano kommt auf 50 Tore, 429 Abschlüsse, 71 Grosschancen und 679 Strafraumaktionen.

Dafür dominiert der FC Lugano beim Ballbesitz (57%, Rang 1), während der FC Thun mit 46% nur Rang 9 belegt. Die Berner Oberländer überzeugen hingegen mit aggressivem Pressing: 312 hohe Ballgewinne sind Ligabestwert – der FC Lugano hat mit 166 die wenigsten.

Formkurven und Schlüsselspieler

Der FC Lugano reist mit Rückenwind an: Nach sechs sieglosen Auswärtsspielen gelang zuletzt ein 1:0 beim FC Zürich. Insgesamt verloren die Tessiner nur eines ihrer letzten 12 Auswärtsspiele. Zudem gewann der FC Lugano zuletzt zweimal in Folge mit 1:0 – und kommt insgesamt auf sechs Siege mit diesem Resultat, so viele wie kein anderes Team (der FC Thun: drei).

Renato Steffen steht dabei im Fokus: Er war an drei der letzten vier Lugano-Tore direkt beteiligt (2 Tore, 1 Assist). Im letzten Duell gegen den FC Thun bereitete er den Siegtreffer von Daniel Dos Santos vor, dem besten Scorer der Tessiner (14 Torbeteiligungen).

Auf Thuner Seite machte zuletzt Michael Heule auf sich aufmerksam: Beim 3:1 gegen den FC Basel erzielte er in seinem 41. Spiel sein erstes Tor und war erstmals an zwei Treffern beteiligt. Elmin Rastoder bleibt mit 19 Torbeteiligungen (13 Tore, 6 Assists) der zentrale Offensivspieler.

Alles angerichtet – aber noch offen

Die Voraussetzungen für einen historischen Abend sind geschaffen. Doch bevor gefeiert werden kann, wartet mit dem FC Lugano ein Gegner, der dem Leader in dieser Saison bereits zweimal das Leben schwer gemacht hat.

Ob die Entscheidung fällt – oder sich die Spannung noch einmal verlängert – wird sich am Samstagabend zeigen.