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Lionel Tschudi tritt per Ende 2025 zurück

18. Dez. 2025

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Lionel Tschudi beendet an diesem Wochenende seine Aktivkarriere als Schiedsrichter. Seit August 2014 leitete der 36-jährige Neuenburger knapp 200 Spiele in der Swiss Football League.

3’373 Tage nach seinem Super-League-Debüt kommt Lionel Tschudi am Samstag im Spiel zwischen dem FC Sion und dem FC Winterthur zum 117. und letzten Mal in der höchsten Schweizer Liga sowie zum 193. Mal insgesamt in der Swiss Football League zum Einsatz. Der Vermögensverwalter debütierte im Alter von 27 Jahren – als damals jüngster SFL-Referee – am 25. September 2016 in der Partie zwischen dem Grasshopper Club Zürich und dem FC Vaduz. Dazwischen liegen neun intensive Jahre auf höchstem Niveau – darunter rund 120 Einsätze im Video Operations Room in Volketswil – geprägt von zahlreichen Höhepunkten, aber auch mehreren Rückschlägen infolge eines Unfalls.

Seine Karriere führte Tschudi im August 2014 in die Challenge League, in der er 76 Partien leitete. Wenige Monate nach seinem Super League Debüt wurde er per Anfang 2017 für die höchste Liga qualifiziert. Ein Jahr später erfolgte – zeitgleich mit der Semi-Professionalisierung des Schiedsrichterwesens – die Ernennung zum FIFA-Schiedsrichter. In der Folge wurde der Neuenburger mehrfach zu internationalen Einsätzen im Auftrag der UEFA aufgeboten. Im Jahr 2021, nach seinem Aufstieg in die UEFA-Kategorie 2, wurde der Romand mit der Leitung des 96. Schweizer Cupfinals zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen 1879 betraut und leitete zudem erstmals ein Spiel der WM-Qualifikation (Kroatien – Malta).

Unfall stoppt rasanten Aufstieg

Die Anzahl der von Lionel Tschudi geleiteten Spiele in den Wettbewerben der SFL (117 in der Super League, 76 in der Challenge League) sowie im Schweizer Cup (29) wäre ohne den durch einen Unfall verursachten Rückschlag während seines rasanten Aufstiegs deutlich höher ausgefallen. Im Sommer 2021 führten durchtrennte Sehnen und Nerven am Fuss zu einer mehrmonatigen Absenz. Ein Rückfall im Mai 2022 zwang Tschudi anschliessend zu einer fast einjährigen Pause. «Gerade deshalb sehe ich es als meinen grössten Erfolg, dass ich nach zwei langen Pausen nochmals mein bestes Niveau erreichen konnte, um weiterhin das zu tun, was ich liebe», sagt er.

«In den letzten zwanzig Jahren habe ich praktisch alles der Schiedsrichterei untergeordnet. Ich verdanke dem Fussball viel und bin dankbar, Teil dieser Familie gewesen zu sein», so Tschudi weiter. «Ich konnte diese Zeit in vollen Zügen geniessen, war acht Jahre lang international unterwegs und durfte unbezahlbare Erfahrungen sammeln. Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um ein neues Kapitel aufzuschlagen. Ich möchte mich neuen beruflichen Herausforderungen stellen und mehr Zeit meiner Familie widmen.» Ob Tschudi dem Schiedsrichterwesen in anderer Form erhalten bleibt, lässt er offen.

Wermelinger: «Ein wichtiger Schiedsrichter auf und neben dem Platz»

Spitzenschiedsrichter-Chef Dani Wermelinger sagt: «Wir bedauern den Entscheid von Lionel sehr, können seine Beweggründe jedoch gut nachvollziehen. Mit ihm verlieren wir einen wichtigen Schiedsrichter – auf und neben dem Platz. Wir hoffen, dass Lionel Tschudi dem Schweizer Schiedsrichterwesen in anderer Funktion erhalten bleibt, und wünschen ihm für die Zukunft nur das Beste.»